Kinder brauchen Kinder

Damit sie nicht auf der Strecke bleiben
Kinder wollen sich und die Welt entdecken, wollen spielen und Spaß haben, suchen Anregung, Herausforderung und Abenteuer. Die Familie, egal ob Mutter oder Vater, ob als Einzelner oder in der Partnerschaft, steht unter hohem gesellschaftlichen Druck und kann auf kindliche Bedürfnisse nicht immer ausreichend eingehen. Die Gründe dafür liegen in den sich wandelnden gesellschaftlichen Strukturen und Entwicklungen.
Wo Kinder zum vereinzelten Luxusgut werden, wo Industrie und Arbeitsmarkt zeitliche Flexibilität und örtliche Mobilität um jeden Preis einfordern, wo Asphaltwüsten und Einheitsgrün keinen Raum lassen für Kreativität und Phantasie, bleiben Kinder und ihre Bedürfnisse auf der Strecke.

Weil sie Frei- und Erlebnisräume brauchen
Zeitmangel und fehlende Freiräume werden kompensiert mit immer massiveren "pädagogisch wertvollen" Angeboten.
In den Kinderzimmern stapeln sich Berge an normierten, TÜV-geprüften Spielsachen.
Theatergruppe, Tanzunterricht, Spielstunde am Computer bei den "Future-Kids" - schon die Tage von Fünfjährigen sind verplant und durchorganisiert.
In den Kindergärten lassen Gruppen in Schulklassengröße kaum noch Eigeninitiative, Kreativität und Selbsterfahrung zu. Erleben wird ersetzt durch Konsum, Anregung durch Animation. "Freilaufende" Kinder gibt es nicht mehr.

Damit die Eltern entlastet werden
Zuviel Nähe tötet jede Beziehung. Die fehlenden Freiräume für Kinder erzwingen aber eine Nähe zu den Eltern, meist zu der Mutter, die beide in hohem Maße fordert und oft überfordert.
Wachsende gesellschaftliche Ansprüche an das Erziehungsverhalten der Eltern verstärken diese Entwicklung. Hier ist Entlastung dringend notwendig.
Elterninitiativen bieten diese - für beide Seiten. Den Kindern geben sie die Möglichkeit, sich schrittweise loszulösen, Eigeninitiative und Vertrauen in die eigene Stärke zu entwickeln.
Den Eltern bieten sie die Chance, ihre Probleme, Wünsche, Vorstellungen und Ziele mit anderen Eltern auszutauschen und konkrete Unterstützung und Entlastung im Alltag zu erfahren.

Egal in welchem Alter
Der bundesweite Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz beschränkt sich bis 2013 auf Kinder im Alter von 3-6 Jahren und gilt nur für die Vorschulzeit. Den ab 2013 geltenden Rechtsanspruch auch für Kinder ab dem vollendeten erstem Lebensjahr begrüßt die BAGE als Schritt zu einer besseren Familienpolitik.
Was aber geschieht mit den Schulkindern ?

Die BAGE fordert einen bundesweiten Rechtsanspruch auf familienergänzende Betreuung für alle Kinder im Alter von 0-12 Jahren, der allerdings auch mit hohen Qualitätsanforderungen hinterlegt sein muss, und setzt sich für die Vielfalt des Betreuungsangebotes ein.

Sie fordert eine unbürokratische Unterstützung von Eltern bei der Gründung einer Elterninitiative. Sie setzt sich dafür ein, dass Ämter und Behörden das große Potential der Elterninitiativen bundesweit entdecken und würdigen.